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Was fehlt?

Es liegt in der Natur der Sache: Ein Wiki ist niemals fertig. Wir geben uns große Mühe, mit der Entwicklung Schritt zu halten; lassen Supportanfragen direkt in neue Artikel einfließen … aber auch wir sind nicht perfekt. Wenn du hier nicht fündig wirst: Nicht schmollen - Bescheid sagen! Unter hallo@uberspace.de steht dir unser Team gerne bereit. Hand drauf!

philosophy:paymethods

Zahlungsmöglichkeiten

Manch einer ist vielleicht verwundert, dass wir lediglich Überweisungen als Zahlungsmöglichkeit akzeptieren. (Okay: Wer uns Bargeld schicken möchte, kann das auch gerne tun ;-)).

Auch wenn Uberspace.de noch ziemlich neu ist, so steht dahinter ein Team von Leuten, die schon seit rund einem Jahrzehnt Hosting betreiben - so haben wir schon lange Erfahrungen damit gesammelt, wie es ist, auf Überweisung als Bezahlungsmethode zu bestehen. Es gab damals zwei Gründe dafür: Einerseits hatten wir mit unserer Sparkasse schlicht und einfach keine Rahmenvereinbarung für Bankeinzüge. Andererseits wollen wir, getrieben von unseren eigenen Erfahrungen mit anderen Anbietern, dass die Bezahlung für den Kunden ein aktiver Vorgang ist und nicht einfach so durch eine fremdgesteuerte Abbuchung „passiert“. Das ist einer der vielen Dinge, wo uns viele anfangs verwundert anschauten und meinten, wieso, Abbuchen sei doch allgemein üblich, und wir konnten nur entgegnen: Das ist uns egal. Wir finden es anders besser.

Warum keine Abbuchungen?

Hinter Abbuchungen steht schließlich noch ein ganzer Rattenschwanz: Wer abbucht, muss auch ein Verfahren für die mögliche Rückbuchung haben. Die kostet Geld - zusätzliches Geld. Wir haben also plötzlich nicht nur das Geld doch nicht mehr, sondern sogar zusätzliche Kosten. Die müssten wir dann dem Kunden nachberechnen, wofür die meisten erstaunlich wenig Verständnis haben und oft auch gar nicht so genau wissen, dass es ihre Bank ist, die uns dafür Gebühren in Rechnung stellt. Und dann geht's los mit Mahnwesen und letzten Endes Inkasso, was typischerweise der Garant dafür ist, mit einer zerrütteten Kundenbeziehung zu enden. Wir denken, das hängt damit zusammen, dass hier einerseits Geld vom Kunden verlangt wird, was nicht mehr im direkten Zusammenhang mit der erbrachten Leistung steht, und andererseits, weil die Kosten für Mahnungen und Inkasso bei vergleichsweise geringen Geldbeträgen wie bei Uberspace.de oftmals auf keinerlei Verständnis stoßen. Soll heißen: Am Ende sind alle sauer und enttäuscht, und wir sind häufig noch auf den Kosten sitzengeblieben.

Bei Uberspace.de haben wir nun zusätzlich noch die besondere Konstellation, dass wir ja sowieso von niemandem eine Zahlung für bereits erbrachte Leistungen verlangen, sondern die Zahlung freiwillig ist (also in dem Sinne, dass du „irgendwas“ bezahlen musst, wenn du deinen Uberspace behalten willst, aber es steht dir auch frei, nichts zu bezahlen, so dass wir unsere Leistungen für dich einstellen). Ein Mahn- und Inkassowesen bleibt uns hierbei erspart, und dafür, dass einfach nur die Leistung eingestellt wird, wenn sie eben nicht bezahlt wird - dafür haben die meisten durchaus Verständnis, insbesondere da wir ja mit einem kostenlosen Monat vorweg sogar in Vorleistung gegangen sind, und auch, weil wir im Fall von „Sch…, ich habe vergessen zu zahlen, und jetzt ist mein Account gesperrt“ mit einer Kulanzregelung eine Sofortfreischaltung ermöglichen, ohne erst den Geldeingang abzuwarten.

Warum weder PayPal noch Kreditkarten?

PayPal und die diversen Kreditkartenunternehmen fallen übrigens ebenfalls aus. Grund Nummer 1 ist ebenfalls, dass jegliche Zahlungseingänge problemlos wieder zurückgezogen werden können und wir dann dumm dastehen. Grund Nummer 2 ist, dass sie horrende Gebühren nehmen. Grund Nummer 3 ist, dass wir insbesondere PayPal keine fünf Meter über den Weg trauen - wer schon einmal mit einer willkürlichen Kontensperrung zu tun hatte, kann davon ein trauriges Lied singen. Und seit dem WikiLeaks-Vorfall Ende 2010 wissen wir nun auch, dass auch bei Kreditkartenunternehmen manchmal schlichte Willkür herrscht. Das ist nicht die Art von Geschäftsgebaren, die wir mit Uberspace-Umsätzen noch weiter unterstützen wollen, auch wenn's die - machen wir uns nichts vor - wohl nicht weiter juckt. Aber da geht's uns ums Prinzip.

Ah, und noch ein kleines Beispiel, warum man zum Beispiel Amex kein Geld anvertrauen möchte - schon wegen der unterirdischen Unternehmenskommunikation („Are you are an Amex Cardmember? The email is only for Cardmembers.“), wenn man sie auf eine Sicherheitslücke hinweisen will …

Warum keine Sofortüberweisung?

Aus aktuellem Anlass noch ein Nachtrag: „Überweisung“ meint eine echte, klassische Überweisung und nicht etwa diesen modernen Quatsch wie sofortüberweisung.de, über den der NDR berichtet, dass die vom Kunden einzugebenden Daten nicht etwa nur für die Durchführung der Überweisung genutzt wurden, sondern auch gleich die Umsätze der letzten 30 Tage und mehr abgerufen wurde:

Recherchen von NDR Info hatten ergeben, dass im Zuge einer Transaktion über Sofortüberweisung.de neben dem Kontostand auch weitere Daten wie Dispolimit, Umsätze der letzten 30 Tage sowie vorgemerkte Inlands- und Auslandsüberweisungen geprüft werden.

Wer vorneherum kommuniziert, er wolle den „Verfügungsrahmen“ prüfen und eine „Kontendeckungsabfrage“ machen, aber hintenrum dann auch gleich noch Konten abcheckt, die ihn nichts angehen, um nicht nur den Verfügungsrahmen, sondern auch konkrete Umsätze abzufragen, der gehört sicher nicht zu denen, mit denen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten möchten. Also bitte: Überweist einfach. Ganz traditionell.

Warum nicht Barzahlen.de?

Die Idee scheint auf den ersten Blick charmant: Wir melden über eine API an Barzahlen.de, dass jemand soundsoviel Euro bezahlen will, und bekommen einen QR-Code zurück. Mit diesem Code kann der User dann zu einer dm-Filiale oder einem anderen angeschlossenen Partner, kann dort bar bezahlen, der QR-Code wird gescannt, und wir bekommen einen API-Callback, dass das Geld nun da ist. Auf diese Weise kann die Leistung ad hoc gutgeschrieben werden. So weit, so gut.

Abgesehen davon, dass die Transaktionskosten hierbei höher liegen als die Transaktionskosten eines Buchungspostens bei unserer Bank (die auch schon gesalzen sind), zeigt ein Blick auf die API aber, wie sehr sich dieser Zahlungsweg vom klassischen „bar zahlen“ unterscheidet: Wir müssten folgende Daten erfassen und an den Zahlungsanbieter übermitteln:

  • E-Mail-Adresse („Unbedingtes Pflichtfeld (vgl. GwG)“ - als ob man sich Mailadressen nicht binnen Sekunden irgendwo klicken und sie genauso schnell auch wieder kicken könnte, nachdem sie ihren Zweck erfüllt haben)
  • Adresse (Straße, PLZ, Stadt, Land)

Die Adresse wird gemäß der Dokumentation nur benötigt, um auf dem Zahlschein mit dem QR-Code die nächstgelegenen Einzahlungsstellen nennen zu können. Gleichwohl ist die Angabe verpflichtend. Ein Mitarbeiter von barzahlen.de teilte mir unter der Hand sinngemäß mit, unsere Kunden müssten dort ja nicht ihre echte Adresse angeben. Unsere Rückfrage, ob wir das auch so über die entsprechenden Formularfelder hinschreiben dürften, wurde aber heftig bestritten - anstiften dürften wir unsere User dazu natürlich nicht. Auch unser Vorschlag, entsprechende Formularfelder sinngemäß mit „Gib hier optional eine Adresse an, um die nächstgelegenen Einzahlungsstellen zu ermitteln“ zu betiteln und ggf. bei leeren Angaben unsere Anschrift als Platzhalter zu übermitteln, wurde abgelehnt: Das müsste schon durchaus die echte Adresse sein, aber wenn da jemand schummelte, könnten wir das ja selbst nicht prüfen. Zwinker, zwinker.

Die Händler-AGB enthalten dann noch einige weitere Schmankerl - von einer Moralklausel, die den Einsatz der Zahlungsplattform über gesetzliche Vorschriften hinaus einschränkt (in derart weicher Formulierung, dass man daraus ableiten könnte, dass wir vor der Akzeptanz der Zahlung eines Users erstmal schauen müssten, ob die Website, die er da betreibt, nicht nur gesetzeskonform ist, sondern auch der Moralklausel gefällt) bis hin zu einer Exklusivitätsklausel, die den Einsatz „ähnlicher“ Zahlungsanbieter untersagt (man stelle sich mal vor, unsere Bank würde verlangen, dass wir unser Konto nur dann für die Entgegennahme von Zahlungen verwenden dürfen, wenn wir nicht gleichzeitig noch ein Konto bei einer anderen Bank für den gleichen Zweck führen). Alles in allem: Dann lieber nicht, vielen Dank, Freunde.

philosophy/paymethods.txt · Zuletzt geändert: 2016/06/14 14:20 von uber