Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


Seitenleiste

Was fehlt?

Es liegt in der Natur der Sache: Ein Wiki ist niemals fertig. Wir geben uns große Mühe, mit der Entwicklung Schritt zu halten; lassen Supportanfragen direkt in neue Artikel einfließen … aber auch wir sind nicht perfekt. Wenn du hier nicht fündig wirst: Nicht schmollen - Bescheid sagen! Unter hallo@uberspace.de steht dir unser Team gerne bereit. Hand drauf!

philosophy:reselling

Reselling

Schon während der Konzeptionsphase von Uberspace.de kam die Frage nach einer möglichen Resellertauglichkeit auf. Immerhin ließe sich der Registrierungsprozess leicht in einer kleinen API abbilden, die andere in ihre Prozesse einbauen könnten. Agenturen, die in Uberspace einen interessanten technischen Partner sehen, könnten Uberspaces für ihre Kunden en bloc anlegen.

Völlig vom Tisch ist die Idee auch nicht, aber wir sind skeptisch. Einerseits kann hinter Reselling die Motivation stehen, einem Kunden „alles aus einer Hand“ anzubieten, also z.B. wenn eine Agentur eine Website entwickelt und ihrem Kunden zusammen mit Hosting anbietet. Andererseits dürfte die weitaus häufigere Motivation sein, an den getätigten Umsätzen mitverdienen zu wollen.

Beiden Aspekten stehen wir kritisch gegenüber. Der „Alles aus einer Hand“-Aspekt ist nicht von der Hand zu weisen, insbesondere nicht unter dem Gesichtspunkt, dass ein Endkunde, der sich eine fertige Website von einer Agentur und das Hosting von uns machen lässt, bei Problemen vielleicht nicht weiß, an wem es jetzt liegt, und viele Anbieter hieraus leider ein Schwarzer-Peter-Spiel daraus machen, bei dem der Kunde am Ende der Dumme ist. Schlimmstenfalls versäumt der Reseller die rechtzeitige Zahlung, ist zum Zeitpunkt der Deaktivierung des Uberspace nicht erreichbar und der Kunde schlägt völlig verzweifelt bei uns im Support auf, dass seine Seite nicht mehr erreichbar ist und der Kunde auch seinen Anbieter nicht mehr erreicht. Uns sind hier dann auch zu 99% die Hände gebunden, weil wir keine verlässliche Möglichkeit haben, die Daten des Anbieters und des Kunden voneinander zu trennen, um bspw. die stillgelegte Seite auf einen separaten Uberspace auszulagern, der dann direkt vom Kunden betrieben und bezahlt wird.

Wir können hier nur beteuern, dass dies nie in unserem Sinne war und ist: Wir leisten Support sowieso üblicherweise weit über den Tellerrand hinaus, und wenn wir die Verantwortung zur Problembehebung zu jemand anderem schieben, dann in aller Regel aus Überzeugung und mit einer guten Begründung.

Das Problem bei Reselling ist aber in aller Regel, dass es die Distanz zwischen demjenigen, der die Leistung erbringt (also uns) und demjenigen, der sie nutzt (also du), wesentlich vergrößert. Um beim Beispiel der Agentur zu bleiben: Support schlägt dann plötzlich dort auf; die Agentur rät vielleicht hier und da Dinge, die falsch oder unsinnig sind, deren Nichtfunktionieren dann am Ende aber auf uns durchschlägt. Verbesserungsvorschläge (oder auch einfach nur Fragen, die implizit zu Verbesserungen führen könnten) erreichen uns nicht direkt oder nur auf Umwegen. Um es ganz pauschal zu sagen: Bei allen möglichen Vorteilen sorgen Reseller-Strukturen doch oftmals in erster Linie für höhere Unzufriedenheit des Kunden und für eine schleppendere Weiterentwicklung unsererseits, weil viel Feedback auf der Strecke bleibt.

Betont man den finanziellen Aspekt des Mitverdienens, fällt insbesondere bei unserem freien Preiskonzept natürlich sofort auf, dass das eben prinzipbedingt nicht resellerfähig ist: Reselling unterschlüge nämlich, dass derjenige, der die Leistung am Ende nutzt, auch derjenige ist, der über ihren Wert entscheidet - das würde hier ja der Reseller übernehmen. Dem Aspekt der „Streuung“ (manche können oder wollen nur den Mindestpreis zahlen, manche entscheiden sich für eine Summe, die man als „Förderung“ ansehen könnte, …) liefe das Konzept dann jedenfalls zuwider.

Matthias Mees hat übrigens auch ein prima Lehrstück darüber verfasst, warum „alles aus einer Hand“ in der Regel wirklich überhaupt nicht im Sinne des Website-Eigentümers sein kann. Lies selbst, warum bestimmte Daten auch zum Kunden gehören.

Wir sind hier jedenfalls gedanklich noch nicht am Ende. Über Anregungen und Feedback freuen wir uns natürlich.

philosophy/reselling.txt · Zuletzt geändert: 2015/03/04 21:31 von uber