Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


Seitenleiste

Was fehlt?

Es liegt in der Natur der Sache: Ein Wiki ist niemals fertig. Wir geben uns große Mühe, mit der Entwicklung Schritt zu halten; lassen Supportanfragen direkt in neue Artikel einfließen … aber auch wir sind nicht perfekt. Wenn du hier nicht fündig wirst: Nicht schmollen - Bescheid sagen! Unter hallo@uberspace.de steht dir unser Team gerne bereit. Hand drauf!

philosophy:textlength

Textlänge

dantz twittert:

@ubernauten schöne Seite und coole Idee hinter eurem Angebot, aber die Texte könntet ihr noch mal ordentlich kürzen.

Das lesen wir - Überraschung - nicht zum ersten Mal. Wir gelangen aber zu der Überzeugung, dass wir zwar vielleicht könnten, aber gar nicht wollen. Dafür gibt es eine ganze Reihe an Gründen (und, richtig geraten, auch dieser Text hier wird mal wieder etwas länger).

  • Allen voran, ganz profan: Es liegt uns nicht, uns kurz zu fassen. Wir sind keine Journalisten; wir haben keine Vorgabe, uns auf irgendeine Anzahl von Zeilen á soundsovielen Anschlägen zu beschränken. Auch ist Speicherplatz nahezu unbegrenzt, ganz davon abgesehen, dass Text so gut wie keinen Platz belegt. Es gibt also keine physischen Grenzen, die einen zum Kurzfassen zwingen würden. Wir schreiben, bis wir meinen, alles gesagt zu haben. Wenn das wenig ist, ist der Text kurz. Wenn er lang ausfällt, gab es offensichtlich viel dazu zu sagen.
  • Wir wissen, dass in Zeiten von Wikipedia die Aufmerksamkeitsspanne, bei einem Thema zu bleiben, schlicht sehr kurz geworden ist. Dem kann man natürlich so begegnen, dass man seine Texte besonders kurz und knapp hält. Man kann aber auch seine Texte schlicht schöner machen. Lesenswerter. Unterhaltsamer. Aufklärender. Das Feedback unserer ersten Testuser ließ sich oftmals auf die Formel „Hm, die Texte sind schon lang … aber hat man beim Lesen irgendwie gar nicht so gemerkt“ bringen. Und damit ist das Ziel doch auch erreicht. Wir selbst ertappen uns oft dabei, dass bei einem auf kurze Aufmerksamkeitsspanne getrimmten Text noch während des Lesens schon die Wikipedia- und Google-Tabs nebenher fast von alleine aufploppen, damit man zu einzelnen Aspekten weiter nachrecherchieren kann - weil der Ursprungstext final nicht hergibt, was man von ihm erwartet. Unser Anspruch ist vielmehr, dass man einen Text zuende liest, sich dabei nicht langweilt und am Ende schlauer ist als vorher. Und wir glauben, das geht mit einem flüssigen Text viel besser und vor allem auch in weniger Zeit, als mit einem kurzen Text, der den User implizit oder gar explizit ständig noch woanders hinschickt. Im schlechtesten Fall hat er am Ende vergessen, wo er eigentlich herkam.
  • Wenn wir selbst ausnahmsweise mal keine Blogs und WP-Artikel lesen, sondern Websites, die irgendwelche Produkte bewerben, dann können wir ganz pauschal sagen: Da steht zuwenig. Immer. Jegliche interessante Details sind herausgemendelt; man erfährt eigentlich nur, warum dieses Produkt genau die eierlegende Wollmilchsau ist, die immer gefehlt hat, und wir suchen verzweifelt den „mehr…“-Link - den es nicht gibt. Ich persönlich gewinne dann oft den Eindruck, dass hinter einer gewissen Verschwiegenheit weniger der Wunsch steht, seinen Lesern nicht unnötig Zeit stehlen zu wollen, sondern vielmehr der Wunsch, dass gar nicht erst allzu sehr nach Details gefragt werden sollte.
  • Kommt uns bitte nicht mit „Effizienz“ und dass wir euch mit längeren Texten eure Zeit stehlen würden. Maschinen können ja gerne effizient sein (und Softwareoptimierung ist auch extrem spannend). Menschen hingegen brennen aus, wenn sie nur noch auf Effizienz getrimmt werden. Wir reden hier von ein paar Minuten eurer Zeit, nicht von Tagen.
  • Wir sehen uns nicht als einer von tausend Webhostern, wo man eben genauso wie überall sonst hier und da klickt, ein paar Daten eingibt und dann einen Webspace hat. Unser Angebot setzt gewisse technische Fertigkeiten voraus, und der „Zwang“, sich selbst über einen Preis Gedanken machen zu müssen, unterscheidet uns ebenfalls vom Gros der anderen Anbieter. Insofern können wir jetzt im Nachhinein durchaus behaupten, dass die Länge unserer Texte eine gewollte Hürde darstellt, die den flüchtigen Herumklicker von einem interessierten Leser unterscheidet. Jaaa, natürlich war das nicht der Plan. Aber trotzdem gefällt uns der Gedanke.
  • Ist ein Text zu kurz, fragen Leute nach. Dann müssen wir den rausgekürzten Text trotzdem verfassen - nur dass ihn dann nur eine einzige Person liest, nämlich der konkrete Adressat. Im blödesten Fall müssen wir das dann sogar mehrfach tun. Und die Ubernauten in spe, die sich gerne weitergehend informiert hätten, aber die Mühe scheuten, bei uns nachzufragen, haben wir auch noch verloren.
  • Und schließlich wäre da noch … ein von Herzen kommendes und wirklich überhaupt nicht böse gemeintes „Na und?“. Wir finden den Großteil dessen, was andere im Netz machen, auch nicht so toll. Wir regen uns auf über Augenkrebs-Farbgestaltung, über Kleingedrucktes, über vor eine Kontaktaufnahme zwangsweise vorgeschaltete FAQs, über durch extern eingebundene Facebook-Widgets verursachte Datenschutzprobleme, über News-Sektionen ohne RSS-Feeds, Mailinglistenabos ohne Opt-In, über vollautomatisch in den Warenkorb gelegte „Premium-Pakete“ mit absurden Versicherungen, über nur kostenpflichtig erreichbare Hotlines, und über Impressen, die statt einer Mailadresse nur ein Kontaktformular bieten. Ein bisschen längere Texte sind demgegenüber aus unserer Sicht nun wirklich keinen Aufreger wert.
philosophy/textlength.txt · Zuletzt geändert: 2014/04/17 14:47 (Externe Bearbeitung)