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"Zu gut, um wahr zu sein"

Was uns schon relativ früh ziemlich überrascht hat, ist, wie stark Uberspace.de von Außenstehenden als geradezu irreal wahrgenommen wird:

benni3005 twittert (und ist inzwischen aber überzeugt):

@ubernauten Irgendwie liest sich das alles fast schon zu gut auf eurer Seite, um wahr zu sein. Interesse habt ihr jedenfalls geweckt ;)

AlexanderPerl twittert:

Mal ehrlich. Wie ist der Dienst der @ubernauten (uberspace.de) wirklich? Das hört sich ja fast zu gut an um wahr zu sein!

Offenbar sind wir in dieser Hinsicht schon vom Start weg ziemlich betriebsblind. Wir wollen „einfach nur“ Hosting machen, weil das das ist, was wir gut können und was uns richtig Spaß macht - und zwar gerade auch der Support. Denn Hand aufs Herz: Als Hoster verändern wir nicht die Welt. Aber wir stärken denen den Rücken, die das mit ihren eigenen Projekten tun und dafür nun mal wie jeder andere auch irgendwelche Technik brauchen. Für diese Leute dann das Backend sein zu dürfen - das gefällt uns.

In persönlichen Gesprächen stellt sich immer wieder heraus, dass offenbar vor allem das freie Preiskonzept auf Verwunderung stößt und als „mutig“ empfunden wird; manchmal gar als gefährlich. Ehrlich gesagt finden wir das gar nicht so mutig. Um nicht zu sagen, empfinden wir es fast schon als notwendig, die Wahl des Preises frei zu gestalten. Das liegt vor allem daran, dass der Hosting-Markt sich in den letzten Jahren massiv zu einem Dumping-Markt gewandelt hat. Webspace kostet schon lange in den meisten Tarifen nur noch einen einstelligen Euro-Betrag im Monat, und während dedizierte Server immer öfter kaum noch dreistellige monatliche Summen kosten, unterschreiten die ersten Hoster sogar schon die 1-Euro-Grenze, selbst wenn es sich um werbefreie Angebote handelt.

Uns ist schleierhaft, wie in diesem Bereich noch kostendeckend gearbeitet werden können soll. Um es ganz klar zu sagen: Die höchsten monatlichen Kosten verschlingt unser Personal. Klar kosten Server auch nicht wenig; die Energiekosten steigen auch eher als dass sie fallen, aber trotzdem, um das klar zu sagen: Wenn ein Kunde sich beim Support meldet und Hilfe braucht und auch nur 15 Minuten Zeit beansprucht, dann sind beim 1-Euro-Hoster Personalkosten in einer Höhe entstanden, die den gesamten Jahresgewinn, der mit diesem Kunden erzielt werden sollte, auffressen. Wen wundert es, dass bei Billiganbietern meistens über die Qualität des Service gemeckert wird?

Eine Möglichkeit, auf einen sich selbst ins Preisdumping stürzenden Markt zu reagieren, wäre, dann eben einfach zu sagen: Da machen wir nicht mit. Wir sind dann eben teuer. Vielleicht sogar besonders teuer, einfach nur, um zu zeigen, dass man sich als Premium-Produkt versteht. Das finden wir dann aber auch wieder unsinnig und schütteln oft selbst den Kopf darüber, was für Fantasiepreise im oberen Preissegment unserer Branche gelegentlich verlangt werden, obwohl dort mit dem gleichen Wasser gekocht wird wie bei uns. Wir möchten nicht mehr und nicht weniger als einen fairen Preis - und das „Problem“ ist, dass jeder etwas anderes als „fair“ empfindet. Eine freie Preiswahl zu ermöglichen, bleibt natürlich so oder so in gewissem Umfang ein Experiment - aber keines, das wir für wesentlich mutiger halten würden, als zu versuchen, einen bereits völlig übersättigten Markt mit dem tausendsten Billigangebot zu erobern versuchen, was wohl wesentlich eher als finanzieller Selbstmord angesehen werden kann als unser Preismodell.

Um es daher klar zu sagen, damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Uberspace.de ist kein Billiganbieter. Aus diesem Grund schreiben wir auch nirgendwo „Webspace für nur 1 Euro“ hin, sondern „Du bestimmst den Preis“, und geben lediglich einen Euro als Untergrenze vor. Und schon die ersten Wochen zeigen: Praktisch niemand will nur den Mindestpreis bezahlen. Das hätte uns zugegebenermaßen auch gewundert. Natürlich sind wir nicht so naiv, zu glauben, die ganze Welt bestünde nur aus Gutmenschen, die uns mit Geld überschütten, weil sie unser Konzept so toll finden. Wir sind aber gleichzeitig so realistisch, dass wir wissen, dass die Welt genausowenig nur aus Pfennigfuchsern besteht, die sofort den Provider wechseln würden, nur weil es irgendwo anders einen Cent billiger wäre: Wer zufrieden ist, der bleibt. Also sorgen wir für deine Zufriedenheit. Und die meisten, die zu uns wechseln, tun das, weil ihr bisheriger Anbieter eben nicht für diese Zufriedenheit hat sorgen können-

Unsere eigene Erfahrung zeigt, dass die Bereitschaft der meisten Menschen ausgesprochen hoch ist, einen fairen Preis zu bezahlen, wenn sie spüren, dass sie dafür eine angemessene Leistung bekommen und sie nicht über den Tisch gezogen werden. Wer hat nicht schon mal „Wer billig kauft, kauft zweimal“ gehört oder es sogar selbst gestöhnt? In diesem Sinne sind wir eher der Hoster fürs zweite Mal, nicht zuletzt weil wir auf Seiten unserer User eben auch ein paar technische Fertigkeiten voraussetzen - augenzwinkernd gesagt stellt auch das schließlich eine kleine Hürde dar, die uns vor Leuten schützt, die für Mini-Beträge von uns bespaßt werden wollen.

Last but not least nimmt der Betrieb eines digitalen Zuhauses für viele einen immer wichtigeren Stellenwert ein, je mehr Aktivitäten ins Netz verlegt werden. Und Hand aufs Herz: Wir verlangen ja nun auch nicht viel Geld. Der Preis, den wir auf unserer offiziellen Website „empfehlen“, wenn man nun so gar keine Vorstellung davon hat, wieviel man zahlen könnte, liegt bei 5-10 Euro monatlich. Wir liegen hier also im Bereich von etwa drei bis vier Bechern Cappuccino im Monat. Oder zwei Päckchen Kippen. Oder einem knappen Dutzend legal erworbener MP3s (oder, für Traditionalisten: einer „Best-Price“-CD). Mit anderen Worten: Für die meisten kein Betrag, der einen umbringen würde. Und falls doch, ist im Konzept der freien Preiswahl die Option auf einen „Sozialtarif“ eben direkt integriert - nur dass wir da eben darauf vertrauen, dass die Leute ihre finanziellen Möglichkeiten besser einschätzen können als wir, und deshalb auch keine erniedrigende Vorlage irgendwelcher Bedürftigkeitsnachweise verlangen.

Uberspace.de ist kein Wohlfahrtsverein. Wir machen keinen Hehl daraus, dass wir auch Geld verdienen möchten - auch wir wollen schließlich nicht unter einer Brücke wohnen, wollen uns nicht nur von Toastbrot ernähren; einige von uns hegen Kinderwünsche. Das alles ist ganz normal. Also: Ja, auch wir wollen Geld verdienen. Wir wollen es nur eben ehrlich tun. Das geht nicht mit „Hosting für 79 Cent (aber fällt öfter Mal aus)“, nicht mit „(aber dafür blenden wir Werbung ein)“ und nicht mit „(aber wir verkaufen deine Daten an ein Dutzend Adresshändler)“. Es geht aus unserer Sicht auch nicht mit „(* im ersten Monat, danach 7,90 Euro, Mindestlaufzeit 24 Monate)“ und auch nicht mit „(aber wenn du nicht ein halbes Jahr im Voraus kündigst, verlängern wir deinen Vertrag um drei Jahre)“.

Wir möchten, dass du eine gute Zeit mit uns hast - und wir mit dir. Und wir möchten, dass du dich ohne Rosenkrieg von uns trennen kannst, wenn wir uns oder du selbst dich so verändert hast, dass es nicht mehr passt.

Zu schön, um wahr zu sein? Vielleicht ist es auch einfach nur so, wie es sein sollte, und du bist einfach nur schon zu sehr gewohnt, dass man dich regelmäßig nach Strich und Faden verarscht.

philosophy/toogoodtobetrue.txt · Zuletzt geändert: 2014/04/17 14:47 (Externe Bearbeitung)